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Die unvollendete Autobiographie, Seite 256 ff. (engl.)
Wert auf die Läuterung und das Erwerben eines intelligenten Verständnisses für Bruderschaft und menschliche Bedürfnisse gelegt. Um ein angenommener Jünger zu sein, der direkt im Dienst der Meister steht und mit zunehmendem Einfluss in der Welt tätig ist, wird eine mentale Polarisation, eine volle Entwicklung des Herzens und ein Sinn für wirkliche Werte verlangt.

Die Meister, welche durch Bewegungen wie die der «I AM» (ICH BIN) Bewegung dem allgemeinen Publikum bekannt gemacht wurden, sind eine entstellende Nachahmung der Wirklichkeit. Die Meister, wie sie (seit der Zeit von H. P. B.) in vielen theosophischen Bewegungen dargestellt worden sind, zeichnen sich nicht durch Intelligenz aus und zeigen wenig Urteilskraft in der Wahl derer, die von den Organisationen als Eingeweihte oder wichtige Mitglieder der Hierarchie bezeichnet werden.

Weil A. A. B. dieses wusste und die schlechten Wirkungen der landläufigen Lehren in bezug auf die Meister beobachtete, ist sie ins andere Extrem übergegangen, um die wahre Natur der Hierarchie deren Ziele und Mitarbeiter anzugeben; sie hat versucht - wie die Hierarchie selber - den Nachdruck auf die Menschheit und auf den Dienst für die Welt zu legen und nicht auf eine Gruppe von Lehrern, welche, obschon sie die gewöhnlichen Persönlichkeitsprobleme und die Erfahrungen in den drei Welten hinter sich haben, sich doch noch in einem Prozess der Entwicklung befinden, und sich, unter der Führung Christi, dafür vorbereiten, den sogenannten Weg der höheren Entwicklung zu beschreiten. Der Name, der uns von einigen Jüngern in Tibet verliehen worden ist, gibt den Schlüssel für das, was wir erreicht haben. Sie nennen die Hierarchie «Gesellschaft der organisierten und erleuchteten Denker» (Society of organized and illumined Mind), erleuchtet durch Liebe und Verstehen, durch tiefes Mitgefühl, all-umfassend, erleuchtet durch die Kenntnis des Plans, vom Streben beseelt, dessen Zweck zu verstehen, ihren eigenen, unmittelbaren Fortschritt opfernd, um der Menschheit zu helfen. Das ist ein Meister.

Den zweiten Punkt möchte ich in Form einer Frage festlegen. Wem schadet es, wenn jemand mit dem Finger auf einen Meister zeigt und ihn als solchen erkennt; vorausgesetzt, dass sein Ruf die Aussage bestätigt und sein Einfluss ein weltweiter ist? Wenn A. A. B. durch diesen, aus Unachtsamkeit entstandenen Fehler, mich als Meister bezeichnet hat, ist dadurch irgend etwas Böses entstanden? Meine Bücher, die Träger meines Einflusses, sind bis zu den fernen Enden der Welt hinausgegangen und vermitteln Beistand und Hilfe; die Weltdienst-Arbeit, welche ich anregte und welche F. B. freiwillig ausführte, hat buchstäblich Millionen von Menschen erreicht durch Flugblätter und Radio, durch den Gebrauch der Invokation, durch das Dreieckswerk und durch Wort und Beispiel der Männer und Frauen guten Willens.

In ihrem 25 Jahre dauernden Dienst für mich auf okkultem Gebiet hat A. A. B. keinen Vorteil aus der Tatsache gezogen, dass ich einer der vielen Meister bin, welche heute von Tausenden von Menschen anerkannt werden. Sie hat sich nicht hinter mir oder hinter ihrem eigenen Meister verschanzt und uns verantwortlich gemacht für das, was sie getan hat, noch ist ihr Werk begonnen oder durchgeführt worden auf der Grundlage von: «der Meister befahl dies». Sie weiss, dass die Arbeit des Meisters darin besteht, einen Jünger in Berührung mit dem göttlichen Plan zu bringen, und dass dann der Jünger in die Welt hinausgeht und auf seine eigene Initiative hin und mit dem ihm eigenen Mass an Weisheit und Liebe in intelligenter Weise versucht, seinen Beitrag zu der Verwirklichung des Plans auf der physischen Ebene zu leisten. Der Jünger macht Fehler, aber er geht nicht dieser Fehler wegen zum Meister, sondern zahlt den Preis und lernt seine Lektion. Er erntet Erfolg, aber er geht nicht zum Meister, um sich loben zu lassen, denn er weiss, er wird kein Lob erhalten. Er kämpft mit mangelnder Gesundheit, er kämpft gegen den Neid und die Gegnerschaft derjenigen, welche weniger erfolgreich arbeiten oder Konkurrenz fürchten, aber er geht nicht zum Meister, um sich die Kraft zum Durchhalten zu holen. Er versucht im Licht seiner eigenen Seele zu wandeln, in der Kraft seines eigenen geistigen Wesens zu stehen, und so lernt er, durch Selbstbemeisterung ein Meister zu werden.

Der dritte Punkt, den ich eurer Aufmerksamkeit unterbreiten möchte, ist folgender: In dem neuen Zyklus, der nach Schluss des Krieges anbrechen wird, muss und wird auf die Tatsache von der Existenz der Hierarchie und von der Arbeit der Meister - durch ihre Jünger - in vermehrtem Mass öffentlich aufmerksam gemacht werden. Überall werden Jünger in zunehmendem Mass den hierarchischen Plan der Bruderschaft, das geistige Leben und die Allverbundenheit der Welt hervorheben. Dies wird aber nicht in Ausdrücken wie (so gebräuchlich unter den Törichten): «Der Meister hat mich erwählt» oder «Der Meister steht hinter meiner Anstrengung» oder «Ich bin der Vertreter der Hierarchie» geschehen, sondern durch ein Leben des Dienstes, und durch die Andeutung, dass die Meister existieren und vielen Menschen in aller Welt bekannt sind, und dass der göttliche Plan, ein Plan der Entwicklung und des erzieherischen Fortschritts auf ein bewusstes geistiges Ziel hinarbeitet. Die Jünger werden überall verkünden, dass die Menschheit nicht allein ist, sondern dass die Hierarchie hinter ihr steht, dass Christus bei den seinen verharrt, dass die Welt voll von Jüngern ist, die unerkannt sind, weil sie in der Stille arbeiten; dass die Neue Gruppe der Weltdiener existiert, und dass die Männer und Frauen guten Willens sich überall befinden. Sie betonen, dass die Meister nicht das geringste Interesse an Persönlichkeiten haben, sondern Männer und Frauen der verschiedensten geistigen Haltungen, Bekenntnissen und Nationalitäten in ihren Dienst nehmen, unter der Voraussetzung, dass sie von Liebe beseelt und intelligent sind, dass sie einen geübten Verstand besitzen und auch über diejenigen magnetischen Einflüsse und Ausstrahlungen verfügen, durch welche sie Menschen zur Wahrheit und zur Güte leiten, aber nicht zu dem betreffenden Einzelwesen, ob es sich nun um einen Meister oder einen Jünger handelt. Erstere kümmern sich nicht um persönliche Verehrung, sie widmen sich ausschliesslich der Aufhebung der Not, der Förderung der menschlichen Entwicklung und der Andeutung geistiger Ziele. Sie erwarten nicht die Anerkennung ihrer Arbeit oder das Lob ihrer Zeitgenossen. ihnen ist nur das Wachstum des Lichts innerhalb der Welt und die Entfaltung des menschlichen Bewusstseins wichtig.

August, 1943.

WAS IST EINE ESOTERISCHE SCHULE?

Es gibt heute viele sogenannte esoterische Schulen. Sie sind alle verhältnismässig jung und entstanden ungefähr ab Mitte des 19. Jahrhunderts. Dabei beziehe ich mich nicht etwa auf die eine, althergebrachte Esoterische Schule, die es in jedem Land der Welt gibt, die namenlos ist und die keine weltliche Organisation und keine allgemein anerkannten Leiter kennt. Sie ist die eine, wahre Schule, die von jeher - seit grauester Vorzeit - die Sucher erwartete, die Zutritt zu den Mysterien verlangten und nach Erfüllung der Vorbedingungen auch zugelassen wurden. Ich spreche vielmehr von den zahlreichen mystischen, metaphysischen, theosophischen, rosenkreuzerischen und okkulten Orden, die überall zu finden sind. Die Mitglieder dieser Organisationen sind Menschen, die sich geistigen Zielen ergeben, von innerem Streben nach Fortentwicklung erfüllt sind und sich deshalb nach einem Lehrer und einer gewissen Lehre gesehnt haben. Der Lehrer bietet ihnen seine persönliche Auslegung von überlieferten, okkulten Lehren, betont das Bedürfnis nach Charakterbildung und Läuterung, verweist auf die Notwendigkeit, den PFAD zu betreten und bekleidet (im allgemeinen) eine Stellung letzter und höchster Autorität.

Diese Phase in der Geschichte der Esoterik war gut und durchaus nützlich im Sinn einer notwendigen Vorarbeit. Das Publikum ist dadurch auf die Geheimlehre aufmerksam gemacht worden und auf die innere Regierung der Welt. Die TATSACHE, dass es Meister der Weisheit gibt, die unter Christus die Hierarchie des Planeten bilden, ist weit und breit verkündet worden, sei es im Namen orthodoxer Theosophie, als metaphysische Spekulation der Hindus, oder in christlicher Terminologie. Viel Wissen wurde so verbreitet. Der komplizierte Vorgang göttlicher Schöpfung und die daraus folgende Manifestation der Gottheit ist ein Thema, das zwar zum Denken anregt und den Gedankenhorizont erweitert, aber im übrigen oft zu nur geringem, wirklichem Verständnis führt. Esoterische Schulen befassen sich mit der Förderung des Verständnisses. Es wurden gewisse elementare Regeln verbreitet, die in der Hauptsache der Läuterung der Gefühls- und Wunschnatur dienlich sind; auch behandelte man die verschiedenen Schöpfungspläne, schöpferische Feuer, stoffliche Erscheinungsformen sowie die verschiedenen Septennate, die unserem Leben, unserem Bewusstsein und unserer Gestalt ihr Gepräge geben.

NICHTS VON ALL DEM IST ESOTERISCHE SCHULUNG!

Man predigt Ergebenheit für die Meister, die aber unzulänglich beschrieben werden. Man stellt sie als besonders interessiert am Lehrer der Gruppe dar, und den persönlichen Freunden des Lehrers wird oft mitgeteilt, dass der Meister sie in den inneren Kreis seiner Jünger aufgenommen hat. Auf diese Weise wird innerhalb dieser Gruppen, und zwar fast ausnahmslos in ihnen allen, ein Kern von ergebenen Anhängern gebildet, der dem Lehrer sowie den angeblich durch ihn übermittelten Befehlen des Meisters, willenlos gehorcht, wobei ein okkultes Gesetz gebrochen wird, nach dem kein Meister je Befehle gibt oder Gehorsam verlangt. Die esoterischen Gruppen sind im allgemeinen heute geschlossene Organisationen, mit sorgfältig ausgewählten Mitgliedern; es herrscht in ihnen eine ungesunde Geheimnistuerei und man lehrt nur jene Halbwahrheiten, die nur einen Zweck haben, nämlich Zeugnis abzulegen vom Bestehen höherer Realität.

Es ergibt sich also, dass es heute noch keine wahrhaft esoterische Schule gibt. Derartige Schulen sind heute noch eine Zukunftshoffnung, aber immerhin ist bereits das Stadium erreicht, wo Vorbereitungen getroffen werden können.

Oben Gesagtes ist NICHT als eine Beschuldigung der von bestehenden Schulen geleisteten treuen, wenn auch oft uninspirierten Dienste, aufzufassen. Nur muss man sich darüber klar sein, dass diese heutigen Schulen ihrem Wesen nach vorbereitend sind, voller Missverständnisse, die auf der Schwäche oder Stärke des Begründers beruhen; die Betonung liegt deshalb zu sehr auf der Persönlichkeit, auf der erwarteten persönlichen Treue, auf falsch angewandten oder missverstandenen Lehren. Trotzdem sind sie nützlich gewesen als Wegweiser in die Zukunft.

Die Menschheit war eben noch nicht reif für das Erscheinen wahrer esoterischer Schulen. Heute dagegen gibt es genug intelligente Männer und Frauen, um wenigstens fortgeschrittenere Schulen zu rechtfertigen, die ihrerseits die Vorstufe sein sollen für die Schulen der Zukunft, die - nach dem Gesetz der Evolution - in Erscheinung treten werden. Esoterische Schulen unterliegen, wie alles andere, dem Gesetz der Evolution und treten stets in Erscheinung, wenn die Menschheit ihrer bedarf und die jetzigen täten gut daran, ihr Haus in Ordnung zu bringen, unwesentlichen Ballast abzustossen, um das esoterisch Wesentliche herauszuschälen und auf diese Weise eine wirklich esoterische Schulung anzustreben. Bislang haben sie das noch nicht getan. Die Disziplin, der sich der Novize der Zukunft zu unterwerfen hat, muss verstanden und die richtigen Schulungsmethoden angewandt werden. All das muss auf ein Niveau gebracht werden, das höher ist als das jetzige. Bestehende Lehren müssen von theologischen Tendenzen und autokratischen Thesen gesäubert werden, deren sich viele okkulte Schulen sowie die verschiedenen esoterischen Gruppen in verhängnisvoller Weise schuldig machten.

Es werden später Lehrer auftreten, die das richtige Verständnis für das geistige Wesen der Autorität haben. Diese wird sich nicht auf selbsterfundene Ansprüche mysteriöser Art, sondern auf ein Leben begründen, das höchsten Idealen entspricht und auf eine Lehre, die in den Schülern Achtung sowohl als auch intuitiven Widerhall erwecken wird. Der Lehrer der Zukunft wird lediglich auf den Pfad hinweisen, gemeinsam mit dem Jünger den Pfad wandeln und die uralten Regeln, wenn auch mit neuen Auslegungen, betonen. Er wird aber nicht mehr, wie das heute oft der Fall ist, zwischen der Gruppe und dem Licht stehen, oder zwischen dem Anwärter und dem Meister.

Diese Vorbereitungs-Schulen sind schon im Entstehen und die ARKANSCHULE, die im Jahr 1923 gegründet wurde, gehört in diese Entwicklungsphase. Aus diesen werden sich zu Beginn des nächsten Jahrhunderts die ersten wahren SCHULEN DER EINWEIHUNG herausentwickeln.

Die sogenannten esoterischen Schulen haben sich bislang mit Aspiranten auf dem

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Last updated Saturday, February 14, 1998           © 1998 Netnews Association. All rights reserved.